Den Meniskus nach Möglichkeit erhalten

MENISKUSVERLETZUNGEN: Grundsätzlich gilt bei der Meniskusresektion: so wenig wie möglich, so viel wie notwendig. Eine Refixation ist nicht um jeden Preis anzustreben, die Indikation ist individuell und sehr exakt zu stellen.

BEIM MENISKUS handelt es sich um ein halbmondförmiges Gebilde mit einem keilförmigen Querschnitt, wobei pro Kniegelenk ein Innenmeniskus und ein Außenmeniskus zu finden ist. Der Meniskus wird in 3 Teile eingeteilt, differenziert werden der vordere Anteil (Vorderhorn), der mittlere Anteil (Pars intermedia) und der hintere Anteil (Hinterhorn). Die Menisken sind einerseits an der Gelenkskapsel fixiert, andererseits besteht im vorderen und im hinteren Anteil auch eine tibiale Fixierung, wobei die Fasern der vorderen Fixierung in das vordere Kreuzband auslaufen. Die Menisken bestehen aus einem von Netzwerk von Kollagenfasern, zu einem geringen Anteil auch aus Glukosaminglykan.

Schutzfunktion des Meniskus

Die Funktion der Menisken besteht darin, bei der Kraftübertragung vom Oberschenkel auf den Unterschenkel den Druck auf den Gelenksknorpel zu reduzieren. Dies geschieht einerseits in Form von Stoßdämpfung, andererseits durch Seitenstabilisierung. Schäden am Meniskus wie z.B. Meniskusrisse führen zu einer verstärkten Knorpelbelastung und zu einem erhöhten Verschleiß des Kniegelenkknorpels. Als Folge daraus kann eine Kniegelenksarthrose entstehen. Neben einer Überbeanspruchung etwa beim Sport oder im Zusammenhang mit bestimmten Berufen kommt es auch bei einer Instabilität des vorderen Kreuzbandes zu einer vermehrten Druck- und Schubbelastung und somit zu einer Schädigung des Meniskus und langfristig zum Verschleiß des Gelenkknorpels. Bei vollständiger Meniskusentfernung kommt es abhängig von der Lokalisation zu einer Verminderung der Kontaktfläche zwischen Oberschenkel und Unterschenkel um 40–50%. Aufgrund der deutlichen Erhöhung des Kontaktstresses wird die Entstehung einer Sekundärarthrose nach Meniskusresektion begünstigt.

Diagnose: Klinik und Bildgebung

Die Diagnose von Meniskusverletzungen basiert in erster Linie auf den Ergebnissen der klinischen Untersuchung. Klinische Zeichen einer Meniskusruptur sind Druckschmerzen über dem Gelenkspalt, Schnappen, teilweise verbunden mit Ergussbildung und Streckeinschränkungen und eventuell Blockaden. Ergänzend kommen funktionelle Tests wie der McMurray-Test und Beuge- Rotations-Tests zur Anwendung. Im Nativröntgen ist eine eventuelle Verschmälerung des Gelenkspalts sichtbar, die Beurteilung der Beinachse lässt Überbelastungen des medialen oder lateralen Gelenksabschnitts erkennen. Die MR-Untersuchung wird in der Literatur als wichtige ergänzende Behandlung sehr positiv beurteilt. Der klinische Alltag zeigt jedoch, dass eine Meniskusruptur auch bei einem negativen MR-Befund nicht sicher auszuschließen ist. Auch falsch positive Befunde sind möglich.

Die Ärzte Krone sprach mit Prof. Dr. Andreas Janousek über die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose von Meniskusrupturen und über die zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden.

Herr Prof. Janousek, warum messen Sie der frühzeitigen Diagnose einer Meniskusruptur eine so hohe Bedeutung bei?

Andreas Janousek: Die Meniskusruptur stellt die häufigste Verletzung des Kniegelenkes dar. Die frühzeitige Erkennung von Meniskusschäden hat eine entscheidende Bedeutung für die Biomechanik des Kniegelenks und für die Vermeidung von abnutzungsbedingten Veränderungen. Außerdem ist die Erhaltung des Meniskus wichtig, um die Entstehung einer Osteoarthrose als Folgeschaden zu vermeiden. Dies gelingt – sowohl bei degenerativen Veränderungen als auch bei unfallbedingten Verletzungen – umso leichter, je früher eine Meniskusschädigung erkannt wird.

Welche Methoden stehen für die Behandlung von Meniskusrupturen zur Verfügung?

Da der Aufbau und die Ernährung der Menisken aus der Gelenkskapsel und dem Gelenk erfolgen, zeigen die mittleren Meniskusanteile im Falle einer Ver-