Hand
Steife Gelenke, Kribbeln oder Kraftverlust weisen oft auf Arthrose oder Nervenengpässe hin. Eine exakte Diagnostik ist entscheidend, um die Handfunktion zu erhalten.

Das Handgelenk: Ein anatomisches Nadelöhr
Das Handgelenk ist nicht nur ein Gelenk, sondern eine komplexe Transitstrecke. Auf engstem Raum müssen hier Beugesehnen, Strecksehnen, Nerven und Blutgefäße vom Unterarm in die Hand gleiten. Da der Platz durch Knochen und straffe Bänder begrenzt ist, führen schon kleine Schwellungen oder Veränderungen schnell zu Beschwerden.
1. Das Ganglion (Überbein)
Das Ganglion ist die häufigste gutartige Geschwulst an der Hand.
Was ist es? Eine mit zäher Gelenkflüssigkeit gefüllte Zyste (Ausstülpung), die meist von der Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide ausgeht.
Symptome: Ein sichtbarer, oft praller Knubbel, meist am Handrücken oder an der Beugeseite des Handgelenks.
Beschwerden: Oft schmerzlos, kann aber bei Bewegung schmerzen oder auf Nerven drücken, wenn es ungünstig liegt.
2. Das Karpaltunnelsyndrom (KTS)
Hierbei handelt es sich um ein klassisches Nervenkompressionssyndrom.
Was ist es? Der Mittelnerv (Nervus medianus) wird im Karpaltunnel – einem knöchernen Kanal an der Handwurzel – eingeklemmt. Ursache ist oft eine Schwellung des Gewebes um die Sehnen herum, wodurch der Tunnel zu eng für den Nerv wird.
Symptome: Einschlafen der Hand, Kribbeln (Ameisenlaufen) und Schmerzen, vor allem nachts. Betroffen sind meist Daumen, Zeige- und Mittelfinger.
3. Der schnappende Finger (Tendovaginitis stenosans)
Obwohl das Symptom am Finger auftritt, liegt die Ursache im Gleitsystem der Sehnen, die über das Handgelenk laufen.
Was ist es? Die Beugesehnen der Finger verdicken sich durch Entzündung oder Überlastung (meist am Übergang von der Handfläche zum Finger). Sie passen nicht mehr geschmeidig durch die Ringbänder, die die Sehne am Knochen halten.
Symptome: Der Finger lässt sich beugen, "schnappt" aber beim Strecken ruckartig nach oder bleibt in Beugestellung blockiert. Dies ist oft schmerzhaft und morgens am schlimmsten.
Gemeinsamkeit: Alle drei Erkrankungen basieren oft auf mechanischen Engpässen oder Überlastungen der komplexen Strukturen im und um das Handgelenk. Während das Ganglion eine strukturelle Ausstülpung ist, sind KTS und der schnappende Finger meist Folgen von entzündlichen Schwellungen, die den Gleitraum für Nerven und Sehnen einschränken
